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Ex-Polizeichef Wang Lijun verwickelt in illegale Organentnahmen?



09/08/2012 - China - Mit der am Montag erfolgten Verurteilung von Gu Kailai, der Gattin des ehemaligen Spitzenpolitikers Bo Xilai, schien erst mal Ruhe unter den Parteikadern eingekehrt zu sein.

Doch für viele ist dies nur die Ruhe vor dem Sturm. Denn noch immer ist der Fall von Wang Lijun ungeklärt.

Der ehemalige Polizeichef floh Anfang Februar ins US-Konsulat und brachte damit einen politischen Skandal um Spitzenpolitiker, Korruption und Verbrechen ans Tageslicht. Seit Februar ist Wang verschwunden. Über Wangs Motive wird in der Öffentlichkeit heiß diskutiert.

So munkelt man, dass Wang unter anderem ein Forschungsprogramm beaufsichtigt haben soll, bei dem gefangenen Anhängern von Falun Gong die Organe gewaltsam entnommen wurden. Falun Gong ist eine spirituelle Meditationspraktik, die in China brutal verfolgt wird.

Untermauert wurde diese Spekulation, als die Koalition zur Untersuchung der Verfolgung von Falun Gong [CIPFG] Anfang des Monats ein Telefongespräch zwischen einem Ermittler und einem Arzt veröffentlichte. Der Arzt hat an dem Forschungsprogramm von Wang Lijun teilgenommen. Der Arzt, Chen Rongshan, war Leiter der Urologie im Krankenhaus der Volksbefreiungsarmee in Jinzhou.

[Ausschnitt aus dem Telefongespräch zwischen dem Ermittler und Chen Rongshan, 24. Mai 2012]

[Ermittler]: „Die Organquelle schließt Falun Gong Leute mit ein, stimmt das?"

[Chen Rongshan]: „Alles kam über die Gerichte."

[Ermittler]: „Über die Gerichte."

[Chen Rongshan]: „Richtig, richtig..."

In einem anderen Gespräch stimmte Chen zu, die Sache als ein Geheimnis zu bewahren, als er mit einem anderen Ermittler telefonierte, der sich als Sekretär von Chens Abteilungsleiter ausgab.

[Ermittler]: „Egal welch hochrangige Behörde die Organentnahmen an Falun Gong-Praktizierenden für Organtransplantationen untersucht, Sie werden nicht irgendwelche Geheimnisse preisgeben. Schaffen Sie das?"

[Chen Rongshan] „Oh, ja, ja, ja."

Laut NTD China-Analyst Heng He werden trotz allem diese Vorwürfe gegen Wang in keiner öffentlichen Gerichtsverhandlung, die ihn betrifft, erwähnt werden. Und zwar deshalb, weil die Verfolgung von Falun Gong eine staatliche Kampagne war, die die gesamte Kommunistische Partei Chinas miteinschließt.

[Heng He, NTD China-Analyst]: „Wenn sie den Organraub an lebenden Falun Gong-Praktizierenden gegen Wang vorbringen, dann kann jeder in der internationalen Gemeinschaft, der sich mit der Kommunistischen Partei einlässt, diese Beziehung aufgrund moralischer Konsequenzen nicht aufrechterhalten. Es wird für die KP Chinas tödlich sein, wenn sie ausländische Investoren verliert. Ihr droht ein Wirtschaftszusammenbruch."

Im Anschluss an den Prozess von Gu Kailai am 9. August gab es Gerüchte, Wang würde später im Verborgenen vor Gericht gestellt werden. Chinesische Behörden dementierten diese Behauptung. Es gibt noch keine Bestätigung, wann und welche offiziellen Handlungen gegen ihn erfolgen werden. 
 

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