zur Homepage
Benutzerdefinierte Suche

Im Kurzinterview Frau Joana Horch  ( FDP ) 



29.04.2010 - Frau Joana Horch ist FDP-Landtagskandidatin Krefeld 1/47, stv. Kreisvorsitzende FDP Krefeld, Vorstandsmitglied JuLis NRW und Kreisvorsitzende JuLis Krefeld.



Frage:
Eines Ihrer Schwerpunkte ist die Bildungspolitik. Ein dreigliedriges Schulsystem würde seine Ziele verfehlen oder Zensuren seien trügerische Messinstrumente, so argumentieren die Befürworter der Einheitsschule. Was würden Sie da entgegensetzen ?

Joana Horch ( links ) & Martina Sitko ( rechts )



Frau Horch:

Als angehende Lehrerin mit dem Schwerpunkt im Haupt- und Realschulbereich bin ich vor allem durch meinen fachlichen Hintergrund davon überzeugt, dass es unsere Pflicht ist, Kinder individuell zu fördern und zu fordern. Es wurde in der Vergangenheit von Seiten der Opposition eine Schulstrukturdebatte ausgelöst, die vor allem auf dem Rücken motivierter Hauptschüler und engagierter Lehrer ausgetragen wird. Als Liberale sehen wir durchaus die Notwendigkeit unser Schulsystem weiterhin zu verbessern und haben seit 2005 beispielsweise über 8.000 neue Lehrerstellen geschaffen. SPD und Grüne hingegen hatten im Jahr 2004 beschlossen bis 2013 rund 16.000 Lehrerstellen abzubauen. Uns geht es vielmehr um eine Verbesserung der Qualität im bestehenden Bildungssystem. Auch der Schülerrückgang durch den demografischen Wandel wollen wir als Herausforderung betrachten. Um 6 Prozent ging die Zahl der Schüler im Schuljahr 2010/2011 gegenüber dem Schuljahr 2005/2006 zurück. Wir haben im gleichen Zeitraum die Lehrerstellen um rund 5 Prozent erhöht, um die Schüler-Lehrer-Relation zu verbessern. Hinzu kommt auch, dass wir in Qualitätsfragen von Anfang an unsere Bildungslandschaft verbessern. So haben wir in NRW mittlerweile ein modernes Lehrerbildungsgesetz, durch welches angehende Lehrer schon im Studium umfangreiche Praxisanteile sammeln können. Denn nur frühzeitige Erfahrungen in Schulen zeigen jedem einzelnden Lehramtsstudenten, ob er sich für dieses Berufsfeld geeignet sieht. Eine verbesserte Lehrerausbildung und –weiterbildung spiegelt sich auch in der Unterrichtsqualität und zum Beispiel in der Notenvergabe wider. Noten sind keine trügerischen Messinstrumente, sondern dokumentieren jedem Schüler nachvollziehbar und verständlich seinen Leistungsstand. Abschließend möchte ich noch einmal betonen: Eine Einheitsschule, wie sie SPD und Grüne fordern, lehnen wir vehement ab. Hier geht es nur um Ideologiefragen und leider nicht um die nötige Frage der Qualität in unserem Bildungssystem. Als Liberale stehen wir für eine individuelle, begabungsgerechte Förderung jedes einzelnen Schülers in einer vielfältigen Bildungslandschaft .



Frage:
Die Grünen in NRW fordern eine Frauenquote in Aufsichtsräten und Parlamenten. Von einer Quotenregelung z.B. bei der Stadtreinigung sind mir keine Forderungen bekannt. Ist die Situation in NRW so dramatisch das Frauen nur über Quoten an Positionen in Führungsebenen kommen ?



Frau Horch:
Eine Forderung nach einer Frauenquote lehne ich als Frau strikt ab. Wir brauchen vielmehr eine Frauenförderung, als die Einführung einer Quotenregelung zur Besetzung bestimmter Aufsichtsratposten oder Parteiämter. Für mich ist die Frage der Qualität entscheidend, ganz gleich, welches Geschlechts, welche sexuellen Ausrichtung oder welches Alter ein kompetenter, engagierter Mensch vorweist. Ich bin überzeigt, dass es genügend Frauen gibt, die jetzt und in Zukunft mit ihrer fachlichen Qualität punkten und nicht als Erfüllung einer Alibi-Quotierung gelten. Als Liberale fühlen wir uns klar in unserem Verständnis einer gleichberechtigten Gesellschaft bestätigt, die schon im Kindesalter beginnen muss. So spreche ich mich neben Förderungsprogrammen für Mädchen, z.B. während der Schulzeit, genauso für spezielle Programme für Jungen aus.



Frage:
Vor dreißig oder vierzig Jahren haben Hauptschüler 50 % weniger wissen vermittelt bekommen als heutige Hauptschüler. Wir müssen Feststellen das wir trotzdem gute Handwerker und Handwerksbetriebe haben. Die großen Ansprüche die Handwerksbetriebe an ihre zukünftigen Auszubildenden stellen nähren den Verdacht das manche Betriebe gar nicht ausbilden wollen. Wie sehen sie das ?



Frau Horch:
Ich bin schon der Auffassung, dass Betriebe ausbilden wollen und sich nicht durch solch unsachgemäße Aussagen einer Ausbildungspflicht zu entziehen versuchen. Vielmehr bin ich mir aber bewusst, dass Betriebe den Mangel an einer grundlegenden Allgemeinbildung angehender Auszubildender bemängeln. Diese wird aber nicht allein durch die Institution Schule vermittelt, sondern zum großen Teil vom Elternhaus getragen. Leider zeichnet sich immer häufiger ab, dass Familien aus verschiedenen Gründen, auch u.a. aus Zeitmangel, diesen Aufgaben nicht nachkommen können. Als Liberale halten wir den freiwilligen Ausbau des Ganztagsbetriebes an Schulen auch aus diesen Gründen für dringend notwendig. Hier haben Kinder die Chance auch Alltagswissen zu erlernen, um sich für ihr Berufsleben zu wappnen.



Frage:
Es ist immer wieder erstaunlich das es Parteien wie die SPD, die bei mehr Zeitungsverlagen Beteiligungen hält als manche Haare auf Kopf haben, es immer wieder schaffen die FDP als Lobbypartei hin zu stellen. Gute Politik muss man auch über Medien vermitteln können, hat die FDP hier Nachholbedarf ? Oder hat sich die FDP damit abgefunden abgestempelt zu werden ?



Frau Horch:
Als aktives Parteimitglied erfährt man von unserem liberalen Tun und Handeln ja nicht erst über die Medien. Ich denke auch, dass an unsere Medien- und Öffentlichkeitsarbeit gute Arbeit leistet, ohne sich jeglicher Klientelpolitik zu verschreiben. Leider ist mir gerade am Beispiel Guido Westerwelles aufgefallen, dass weder die Opposition, noch die breite Medienlandschaft sich derzeit jeder inhaltliche, konstruktiven Kritik verwehrt, sondern sich lediglich um eine reine Negativpropaganda gegenüber der FDP kümmert. Als Landtagskandidatin muss ich vor allen Dingen im Wahlkampf umso mehr Aufklärungsarbeit leisten, welche politischen Ziele wir seit 2005 für NRW verfolgt und für unsere Gesellschaft verwirklichen konnten, weil wir uns eben nicht einfach von den Medien abstempeln lassen. Dies nehme ich aber gerne in Kauf, da es von den Bürgern geschätzt wird, wenn man sachliche Inhalte vermittelt.



Frage:
Wir leben in einer Zeit, wo eine Partei beschimpft wird, weil sie die Steuern senken möchte. Es soll mal Zeiten gegeben haben wo man Parteien beschimpft hat die ständig nur die Steuern erhöhen. Wie geht man als junge Politikerin damit um ?



Frau Horch:
Das empfinde ich ebenso. Als junge Politikerin ist es mir wichtig, dass wir auf eine Politik der Nachhaltigkeit und der Fairness Wert legen. Auch unser liberales Steuerkonzept schließt hier an. Mit unserem Koalitionspartner haben wir uns auf ein Entlastungsvolumen von 24 Milliarden EUR einigen können, welches bis 2013 realisiert werden soll. Wir wollen ein einfaches, niedriges und gerechtes Steuersystem im Bundesrat durchsetzen. Weiterhin konnte die jährliche Nettoneuverschuldung von rund 6,7 Milliarden EUR aus der ehemaligen rot-grünen Regierung fast vollständig zurückgeführt werden. Wir wollen den Landeshaushalt in NRW schnellstmöglich ausgleichen, den Rückzug aus der WestLB forcieren und bei der Steinkohlesubvention noch vor 2018 aussteigen.



Ich danke Ihnen für das Kurzinterview Frau Horch und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg !
Mehr Infos zur Arbeit von Frau Horch finden Sie hier: 
www.twitter.com  &  www.facebook.com

Partnerseiten : Häuser Galerie auf Facebook | Hausgarten | haus-selbstgebaut | bauzentrum24 | auftrago | 1a-work | YouTube | Baurecht | Hausverwaltung| the-newstime.com | Immobilie